Cradle to Cradle versus Wertkritik


Michael Braungart von Cradle to Cradle baut auf den Kapitalismus und lehnt auch Wachstum nicht ab. Dass er Wachstum nicht ablehnt beruht darauf, dass Cradle to Cradle die Welt besser macht und keine Gifte produziert und aus dem Fußabdruck ein Biotop macht. Auch lehnt er den Kapitalismus nicht ab. Aber die Wertkritik behauptet, dass der Kapitalismus zusammenbrechen wird, weil er immer mehr Arbeit aus dem Produktionsprozess verbannt. Zudem komme er an seine ökologischen Grenzen. Der Kapitalismus ist aber noch nicht zusammen gebrochen. Er hat es immer wieder geschafft, sich zu erneuern. Cradle to Cradle könnte die ökologischen Grenzen des Kapitalismus aufheben. Aber kann es auch die Rationalisierungen und damit die Entwertung der Arbeit überwinden? Ich bin skeptisch. Michael Braungart sagt, dass wenn alle Länder so dicht besiedelt wären und so viel Nahrungsmittel erzeugen würden wie die Niederlande, dann könnten 30 Milliarden Menschen auf der Welt ernährt werden. Das mag stimmen. Aber werden die auch alle Arbeit haben? Die These, dass der Kapitalismus zusammenbrechen wird wird in marxistischen Kreisen heftig diskutiert. Die Wertkritiker halten Failed States für erste Anzeichen, dass der Kapitalismus zusammen brechen wird. Auch deuten sie die wachsende Armut in den Industriestaaten in diesem Sinne. Das Ressourcenproblem kann auch Cradle to Cradle nicht lösen, da Kunststoffe und Papier bei jedem Recycling an Qualität verlieren und irgendwann ersetzt werden müssen. Auf jeden Fall ist Cradle to Cradle ein Konzept, dass weiter entwickelt werden sollte. Auch wenn Michael Braungart den Begriff Nachhaltigkeit nicht mag, müssen wir nachhaltig werden. Aber Cradle to Cradle müsste auch in einer sozialistischen Gesellschaft funktionieren. Vielleicht sogar besser.

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